AVED-IHK Ostbelgien begrüßt neue Maßnahme als wichtiges Signal für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und den Wirtschaftsstandort Ostbelgien
Mit der neuen Regelung können Arbeitnehmer ab dem 1. April 2026 bis zu 360 freiwillige Überstunden pro Kalenderjahr leisten. Für 240 dieser Stunden gilt das Prinzip „brutto = netto“: Sie werden ohne Lohnzuschlag, Sozialabgaben und Berufssteuervorabzug ausgezahlt. Grundlage bleibt eine freiwillige schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Regelung wurde Sie wurde am 1. Juni 2026 im Belgischen Staatsblatt veröffentlicht und kann rückwirkend ab dem 1. April 2026 angewendet werden.
Diese Maßnahme ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wer freiwillig mehr arbeitet, muss davon auch spürbar mehr behalten dürfen. Gleichzeitig erhalten Unternehmen mehr Flexibilität, um Auftragsspitzen abzufangen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken
, erklärt Bernd Hugo, Präsident der AVED-IHK Ostbelgien.
Für Arbeitnehmer, die täglich eine Stunde oder mehr zur Arbeit pendeln, schafft die neue Regelung einen konkreten zusätzlichen Anreiz: Freiwillige Mehrarbeit vor Ort kann steuerfrei vergütet werden und damit finanziell attraktiver sein als lange tägliche Arbeitswege. Das eröffnet neue Perspektiven – für Beschäftigte und für regionale Arbeitgeber.
Gerade für Ostbelgien ist diese Maßnahme deshalb von besonderer Bedeutung. Rund 40 Prozent der berufstätigen Bevölkerung Ostbelgiens arbeiten nicht in der Region, sondern pendeln ins In- und Ausland. Mit neuen Rahmenbedingungen wie den steuerfreien freiwilligen Überstunden können konkrete Anreize geschaffen werden, Arbeit und Leben wieder stärker in Ostbelgien zusammenzuführen.
Für viele Arbeitnehmer ist Zeit heute ein entscheidender Faktor. Wer weniger pendelt, gewinnt selbst bei zusätzlicher Arbeitszeit mehr Raum für Familie, Freizeit und Leben vor Ort. Wenn steuerfreie freiwillige Überstunden Arbeit in Ostbelgien attraktiver machen, entsteht ein konkreter Vorteil – besonders für die junge Generation
, erklärt Samuel Deneffe, stellvertretender Geschäftsführer der AVED-IHK Ostbelgien.
In einer Grenzregion, in der Unternehmen mit Arbeitgebern aus Luxemburg, Deutschland und dem übrigen Belgien um Fachkräfte konkurrieren, zählt jeder konkrete Vorteil. Steuerfreie freiwillige Überstunden können dazu beitragen, Arbeit in Ostbelgien attraktiver zu machen, die Kaufkraft der Beschäftigten zu stärken und Arbeitnehmer stärker an regionale Betriebe zu binden.
Ostbelgische Unternehmen stehen täglich in einem intensiven Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte. Wenn Betriebe ihren Mitarbeitern ermöglichen können, freiwillig mehr zu arbeiten und dabei steuerfrei mehr zu verdienen, entsteht ein konkreter Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte. Das stärkt die Arbeitgeberattraktivität und damit auch den Standort Ostbelgien
, so Volker Klinges, Geschäftsführer der AVED-IHK Ostbelgien.
Auch für die Unternehmen selbst eröffnet die Maßnahme neue Spielräume. Zusätzliche freiwillige Arbeitsstunden können helfen, Engpässe zu überbrücken, Produktionsspitzen aufzufangen und bestehende Kapazitäten besser zu nutzen. In einem Betrieb mit 20 Mitarbeitern können durch 240 steuerfreie freiwillige Überstunden pro Jahr und Mitarbeiter bis zu 4.800 zusätzliche Arbeitsstunden entstehen. Das entspricht ungefähr drei Vollzeitstellen.
Für viele Betriebe ist der Fachkräftemangel längst eine Wachstumsbremse. Die neue Regelung ersetzt keine strukturellen Lösungen, sie verschafft den Unternehmen aber dringend benötigte Luft. Sie verbindet mehr Kaufkraft für Arbeitnehmer mit mehr Flexibilität für Arbeitgeber. Genau solche pragmatischen Maßnahmen braucht unsere Wirtschaft
, betont Bernd Hugo.
Die AVED-IHK Ostbelgien sieht in der Maßnahme daher nicht nur eine arbeitsrechtliche Neuerung, sondern auch ein wichtiges wirtschaftspolitisches Instrument. Sie stärkt Leistung, Kaufkraft und regionale Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen.
Um die Anwendung der Regelung sichtbar zu machen, ruft die AVED-IHK Ostbelgien die ostbelgischen Arbeitgeber dazu auf, sich aktiv zu beteiligen. Mithilfe eines eigens entwickelten Badges können Unternehmen künftig in Stellenanzeigen, auf ihrer Website oder in ihrer Kommunikation darauf hinweisen, dass sie steuerfreie freiwillige Überstunden ermöglichen.
Der Badge soll ein gemeinsames Signal für den Wirtschaftsstandort Ostbelgien setzen. Unsere Region bietet attraktive Arbeitgeber, moderne Arbeitsbedingungen und konkrete Vorteile für Arbeitnehmer. Damit wird sichtbar, welche Betriebe ihren Beschäftigten die Möglichkeit geben, freiwillig mehr zu arbeiten und dabei steuerfrei mehr Netto zu verdienen – sowohl für bestehende Mitarbeiter als auch für potenzielle Bewerber.
Die AVED-IHK Ostbelgien ruft die Betriebe der Region daher dazu auf, diese neue Möglichkeit zu prüfen, ihre Mitarbeiter transparent zu informieren und diesen Standortvorteil aktiv zu nutzen.
AVED-IHK Ostbelgien
Weitere Informationen
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